Das Ensemble der Schulanlage Dorf von Luterbach ist über die letzten Jahre zu einem qualitätsvollen Konglomerat zusammengewachsen. Die bestehenden Bauten bilden durch ihre Situierung eine städtebauliche Situation und definieren in einer Zangenbewegung einen geschützen und intimen Aussenraum. Der Neubau der Erweiterung fügt sich in diese Hirarchie des Ensembles ein, indem die ortogonale Ordnung übernommen wird.

Städtebau


Durch das Platzieren an der Solothurnstrasse wird die Logik der bestehenden Aussenraumgestaltung übernommen: Im Norden befindet sich die Primarschule (Lernen, konzentriert, ruhig, entdecken) und im Süden die Kindergärten. So wird in der Mitte der grosse Sportplatz definiert, welcher durch den Abbruch des Provisoriums freigespielt wird und so neu definiert durch Grünraum im Westen und die best. Turnhallen im Osten Raum bietet für Spass, Spiel ohne die anderen Nutzungen auf dem Areal zu beeinträchtigen.




 

Aussenraum


Die bestehende Aussenraumgestaltung verfügt vorallem im Bereich des Primarschulhauses von 1951 über eine sehr hohe Qualität. Durch das nordseitige Platzieren des Neubaus, wird dieser Naturlehrraum zusätzlich definiert. Die naturnah gestaltete Fläche wird gegenüber der bestehenden Situation westseitig gegen Süden erweitert, wo der Spielhügel neu aufgeschüttet wird. In diesem Bereich findet sich wiederum Platz für diverse Aussenaktivitäten wie Lernnischen, Grillplätze usw. So entsteht rund um die beiden Primarschulhäuser eine ruhige Lernoase im Aussenbereich, während die lauten Aktivitäten wie Sport und Spiel auf der grossen Wiese und auf dem Teerplatz stattfinden. Im Bereich der Schnittstelle zwischen Altbau und Neubau wird ein zusätzlicher Pausenplatz geschaffen, der die bereits bestehende hohe Qualität des Treffpunkts am Brunnen weiterspielt und durch einen grossen Baum im Sommer zum verweilen im Schatten einlädt.




Organisation/Programm


Die Situierung des Neubaus westlich des Primarschulhauses ermöglicht eine optimale Anbindung im Tagesbetrieb. Der Altbau beherbert zehn Schulzimmer inkl. Halbklassenzimmer, die Werk- und Textilräume, Schulleitung und Lehrerbereich und im Untergeschoss die Technikverteilung für die die gesamte Anlage. Der Neubau erhält vier Schulzimmer inkl. Nebenräume; die Tagesstruktur, Gruppenräume und Logopädischer Dienst sowie den Vortragssaal der durch seine hohe Qualität für diverse Nutzungen offensteht.

Im Altbau wird die bestehende Struktur übernommen, aber jeweils durch ein Halbklassenzimmer ergänzt. Die Schulleitung befindet sich als wichtige Ansprechsperson zentral am Eingang, darüberliegend befindet sich der Lehrerbereich inkl. Kopierraum. Die handwerklichen Tätigkeiten werden im Untergeschoss angeordnet, der best. Wintergarten kann als Mehrzweckraum oder als Raumergänzung zu diesen Nutzungen weiterverwendet werden.


Im Neubau werden im Erdgeschoss gemeinschaftliche und halböffentliche Nutzungen platziert, was mit dem Aussenraum als Lernund Nutzfläche korresponiert. In den Obergeschossen werden die Schulzimmer platziert. Jeweils flankiert vom  Halbklassenzimmer, so werden verschiedene Ausblicke auf Luterbach geboten, Schulraum im Süden, Quartierstruktur im Westen, Strassenraum und Jura im Norden und Blick aus das best. Schulhaus im Osten.

Wichtiges Element in dieser Grundrissgestaltung ist der multifunktionelle Garderobenbereich, der sowohl Gruppenraum, Schulzimmer und Halbklassenzimmer erschliesst und auch als Lernnische genutzt werden kann. Die Gruppenräume sind so angeordnet, dass sie bei Bedarf auch unterteilt werden können.



 

Offener Wettbewerb Erweiterung Primarschule Luterbach | Projekt Nova | 2011

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